Neuer Volksempfänger vom Uli.
Einleitung:
Eins vorweg genommen, die Leute, die immer gegen Behringer wettern und glauben, dass sie mit ihrer Britischen oder Amerikanische Technik um einiges besser aufgestellt sind, haben keine Ahnung, was sie von Sich geben, weil die meisten YouTuber versuchen die Meinung der Kunden zu steuern.
Und vor allem lassen sie sich eigentlich für gute Kritiken bezahlen, egal ob das Gerät wirklich Sinn macht oder nicht.
Ich arbeite seit den 90ern auf Behringer, egal ob Live oder im Studio und die Jungs bauen wirklich gute Geräte zu einem vernünftigen Preis.
Auch ein Behringer Audio USB Interface oder Behringer Studio XL Monitor Regler stand bei uns am Tisch und wir haben mit dem Control 2-USB als Monitor Controller 12 Internationale Filmpreise unter anderem in New York für den besten Sound erhalten. Läuft seit ca 2018 ohne Probleme.
Wir hatten das Vergnügen, das Gerät 1273 ohne Werbung, aber in bestem Thomann.de Service
zu bezahlen, schnell geliefert zu bekommen und es auszuprobieren. Thomann ist mit den persönlichen Engeln und Fachkräften am Telefon,
wirklich konkurrenzlos, da kann keiner mithalten.
Funktion, Sound und Haptik:
Der Behringer 1273 ist ein sehr solides und sauber gearbeitetes Gerät, welches sich wirklich gut in unser Studio integriert hat. Sieht gut aus und fühlt sich brauchbar an.
Aufnahmen mit dem Mikrofon gelingen schnell und präzise. Anstecken 48 V drücken und loslegen.
Die Anschlussmöglichkeiten sind im Gegenzug zu Konkurrenz Preamp Produkten sehr vielseitig, bzw. stellen britische und eingesessene Anbieter in den Schatten und lassen keine Wünsche offen.
Klanglich kann das Gerät auch sehr gut mit der Oberliga mithalten und braucht sich nicht zu verstecken.
Es gibt jedoch einige Verbesserungen, die Behringer in einer Version V2 für diesen neuen Volksempfänger durchführen sollte.
Extra Clean Channel Input: Ohne über den roten Input/Line Regler zu gehen - bzw.
ein Umschalter auf Clean Input ohne Distortion fehlt eindeutig. Denn wenn man diesen Roten Regler schon ein Stück aufdreht, dann beginnt dieser gleich ein Verzerrungskonzert der besten Güte und es klingt nicht mehr sauber. Wozu? Ein normales gewandeltes cleanes Signal reicht.
Das Gerät liefert zu wenig Eingangs- und Ausgangspegel. Wenn der 1273 in Serie mit anderen Kompressoren oder Studio Geräten in Serie geschaltet wird, dann ist der Ausgangspegel viel zu niedrig und muss hinterher wieder aufgeholt werden, was sich in ein wenig Rauschen widerspiegelt.
Behringer gibt an dass der Ausgangspegel bei ca. 0.00 Db - liegen sollte, um genug Pegel aus dem Gerät zu bekommen.
Dazu muss man den Roten Input ziemlich weit in die Verzerrung treiben, was nicht besonders schön klingt.
Ich glaube nicht, dass jemand eine Aufnahmen schon verzerrt beginnen möchte und den dahinter liegenden Kompresse bis ins Nirvana aufdrehen möchte.
Der EQ: Dieser liefert eigentlich sehr brauchbare Ergebnisse und ich kann zu anderen EQs außer der enormen Preisunterschiede nicht wirklich so einen tollen Unterschied feststellen.
Ich habe damit eine alte 24 Spur Aufnahme aus 1993 bearbeitet und danach über einen Wes Audio TubeComp oder eine Tegeler Schwerkraftmaschine geschickt und das Ergebnis war wie remastered.
Also so gut wie ein Pultec ist er allemal und braucht sich nicht zu verstecken.
Ein Stereo Link für beide Channels würde das Gerät in die heutige Zeit beamen.
Leider wird das Gerät mit seinen großen Spülen im Rack sehr warm und heizt unser ganzes Studio noch mehr auf. Die Hitze, die es fabriziert, ist nicht unerheblich und ich kann nur empfehlen, den 1273 nicht in Serie mit anderen Geräten ins Rack einzubauen.
Als Gerät im Bus oder Master Bus würde ich das Gerät nicht empfehlen, da gibt es bessere Lösungen. Somit scheidet es als Single EQ aus. Zu Ende betrachtet dient der EQ eigentlich nur dazu die Aufnahme zu korigieren, die aber das kann ein Mischpult oder Software im Eingangs Signalweg viel besser.
Fazit: Somit stellt sich die Frage, wozu braucht man so einen originalen Neve 1073 oder einen Behringer 1273 heutzutage überhaupt noch?
Die Frage kann man 2026 wirklich nicht mehr mit sinnvoll beantworten,
weil diese Geräte nicht mehr eine zeitgemäße Anschaffung, sondern reine Liebhaberei zum Herumspielen sind.
Auf jeden Fall sehe ich keine Sinnvolle Möglichkeit das Gerät in einen professionellen Workflow wie z.B. Film Sound oder professionelle Produktion einzusetzen.
Da wäre man mit einem Audient EVO 16 mit Autogain, dem Audient ASP800 Preamp,
bzw. ID-48 oder den neuen Universal Audio Volt 876 oder SSL 18 und den dazu gelieferten Plugins und Routing Möglichkeiten besser beraten.
In diesen Geräten steckt alles drinnen, was man braucht, um eine professionelle Aufnahme und Produktion zu machen. Wir verwenden ein
Motu 16 A als zentrale Verteilersteckdose.
Ich vertrete hier die Meinung, dass es wichtiger ist, sein Geld in ein sehr wirklich sehr gutes Mikrophon wie z.B.
in unserem Fall ein
“Austrian Audio OC-S10” Kondensator-Großmembran Mikrofon zu investieren, anstatt den Studio Gästen einen alten Studio Kanal, egal welcher Marke aus einer Zeit zu präsentieren, in der die Technik erst laufen lernte.
Denn alles war damals auch nicht so gut, wie wir es heute glauben, sondern mit den Bauteilen, die halt gerade verfügbar waren, wild zusammengebaut.
Grüße aus Wien
Jazzboe Production