„Gut gemeint“ ist bekanntlich der Feind von „gut gemacht“. Quantität ist nicht alles. Weniger Titel, dafür ein größerer und besser lesbarer Notendruck, ggf. ohne Lyrics wie bei den Real Books, hätten dem Buch sehr gut getan. Insbesondere für ältere Menschen sind sowohl das Notenbild als auch die Lyrics schwierig zu lesen.
Einige Arrangements sind ein wenig seltsam. Bei vielen Titeln fehlen das für den Song markante Intro oder die Bassline. Titel wie Billie Jean oder Thriller von Michael Jackson (beides im Buch enthalten) leben von der markanten Bassline und dem Intro gleichermaßen. Wer die jeweiligen Songs nicht auf Platte hat oder gut kennt, dürfte bei vielen Titeln Probleme bekommen – besonders, wenn sie möglichst originalgetreu interpretiert werden sollen. Um eine Recherche im Internet kommt man dann nicht herum.
Positiv ist das doppelte Inhaltsverzeichnis, sowohl alphabetisch als auch nach Stilrichtung, hervorzuheben. Ob man mit einem solchen Wälzer auf die Bühne gehen mag, will ich mal bezweifeln.
Das gesamte Layout überzeugt nicht und ist an vielen Stellen unpraktisch. Ich kenne die vorherigen Editionen nicht, aber alles in allem wirkt dieses Buch eher lieblos gemacht. Der Versuch, rund ein Jahrhundert Popgeschichte abzubilden, ist nur eingeschränkt gelungen.