Ich möchte vorab sagen, dass ich kein Gitarrenexperte bin, sondern ein Ü50er, der eigentlich aus der Welt der Blechblasmusik kommt und jetzt nochmals ein anderes Musikinstrument lernen möchte. Ich will kein Bühnen Hero mehr werden, sondern so gut spielen können, um in geselliger Runde Lieder aller Art anstimmen und begleiten zu können. Das geht halt mit Blechblasinstrumenten weniger gut und ich habe immer mit leichtem Neid auf die Gitarristen und Harmonikaspieler geschielt, die das können. Vielleicht klappt es ja auch noch mit meinem kleinen Traum mit meinem Blasmusikkollegen, der sich gerade die Steirische Harmonika zu genüge führt, als Duo auf der Bühne zu stehen. Soweit mal zu meinem Background.
Meine ersten Akkorde habe ich mir auf einer gebrauchten Harley Benton Roundback Gitarre beigebracht. Jetzt sollte es aber was Neues sein und so hielt ich Ausschau, was es so alles gibt und was man so alles zum Einstieg in die Gitarrenwelt bekommt. Ich muss sagen, dass das Angebot ziemlich umfangreich, fast schon unübersichtlich ist und man sich damit schon etwas beschäftigen muss. Nach umfangreicher Recherche war mir klar, dass es eine Dreadnough wird. Nicht die absolut Billigste, aber zum weiteren Probieren wollte ich auch keinen mehrere Hundert Euro ausgeben. Nach dem Studium von Erfahrung- und Testberichten, Hörproben und Youtube Videos fiel meine Wahl auf die Harley Benton CLD-60SCE NT Custom Line, weil ich ein schnörkelloses, klassisches Design bevorzuge. Zudem wollte ich ein Instrument, was auch schon ohne Verstärkung laut und durchsetzungsfähig ist. Ein Tonabnehmer sollte es für eventuelle zukünftige Bühneneinsätze auch haben. Preislich hatte ich mir eine Grenze von ca. 150 EUR gesetzt.
Was soll ich sagen? Die Harley Benton CLD-60SCE NT Custom Line hat mich von der ersten Sekunde an begeistert. Beim Auspacken empfängt einen ein makelloses, sauber verarbeitetes, optisch tolles Instrument. Ein voller Klang erklingt, wenn man die ersten Akkorde spielt. Sie greift sich auch viel leichter, als meine alte Roundback, so macht das Üben viel mehr Spaß. Ich weiß nicht, ob sie eine "optimale" Saitenlage hat, weil ich ja kein Experte bin und keinen Vergleich habe. Ich kann aber sagen, dass ich mit dem Auslieferungszustand auf Anhieb super gut zurecht gekommen bin und da nix auszusetzen habe.
Ein Punkt ist mir negativ aufgefallen. Die Gitarre hat nur einen Strap Button (den unteren), was ich schade finde. Ein Instrument, welches ein Tonabnehmer verbaut hat, wird oft auch im Stehen auf der Bühne gespielt. Klar kann man den Gurt am Kopf fixieren oder auch den oberen Strap Button nachrüsten. Schöner wäre aber gewesen, wenn 2 serienmäßig verbaut wären. Aber das ist nur ein kleiner Makel.
Noch ein Punkt ist mir aufgefallen, aber das ist halt bei der Bauweise wohl so. Durch den deutlich dickeren Body (im Vergleich zu meiner Roundback) kann man nicht mehr so gut (im Stehen gar nicht mehr) auf Griffbrett schauen. Aber das übt auch die Griffe intuitiver zu greifen. Somit nicht mal so schlecht.
So, jetzt heißt es weiter dran bleiben und üben, um dem guten Instrument auch gerecht zu werden.
Ich kann diese Gitarre jedem Anfänger, Gelegenheitsgitarristen und sogar dem Ambitionierten Spieler als Zweitinstrument empfehlen. Also alle die den vollen Westerngitarrensound bevorzugen und nicht viel Geld ausgeben wollen, aber trotzdem ein gut spielbares und optisch ansprechendes Instrument haben wollen.
Ich bedanke mich bei allen, die den langen Text bis zum Ende gelegen haben.