Nach dem Auspacken dieses Basses konnten sich meine Augen erstmal an der schönen Optik und der erstklassigen Verarbeitung weiden. Ein wirklich perfekt gearbeitetes Instrument, das keinen Vergleich zu Edel-Bässen der wirklich hohen Preiskategorie scheuen muss.
Das breite Griffbrett (54 mm) verlangt sicherlich eine gewisse Umstiegszeit. Auch die Orientierung auf der hohen C-Saite dauert ein bisschen. Zu Bewerkstelligen ist das aber innerhalb weniger Tage, vorausgesetzt man spielt ausschließlich den 6-Saiter. Die Saitenlage lässt sich bequem sehr tief einstellen, ohne dass die Saiten schnarren. Das String Spacing an der Bridge beträgt 18 mm, wie bei meinen 5-Saiter-Bässen. Damit bietet sich auch genügend Zwischenraum für Slapgewitter.
Sehr positiv ist mir auch der Hartschalenkoffer aufgefallen. Er wirkt sehr stabil und rundet die edle Erscheinung des Miller F10-6 ab.
Der Klang ist klar definiert über das ganze Griffbrett. Die C-Saite klingt angenehm singend, obertonreich und warm. Die H-Saite ist klaviermäßig. Sehr präsent!
Mir gefallen vor allem die SingleCoil-Einstellungen. Dann klingt das Instrument nach modernem Jazzbass. Wenn man die Tonabnehmer mischt (z.B. Hals = SingleCoil, Steg = Humbucker), dann entsteht ein leichtes Knistern. Völlig brummfrei sind die PUs nicht, aber es spielt sich alles im kaum hörbaren Bereich ab. In Live- oder Probesituationen ist das zu vernachlässigen.
Bespielbarkeit, Optik und Haptik entsprechen höchstem Niveau.