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Artino Muse Violin Case 4/4 - 3/4 WH

4.0 von 5 Sternen aus 2 Kundenbewertungen ()

Etui für 3/4 oder 4/4 Violine

  • stabile Polycarbonat-Schale
  • ausgelegt mit Seidenimitat
  • Tragegriff und U-Bahn-Griff aus Lederimitat
  • Schwebelagerung
  • 2 Bogenhalter
  • Clip-On-Zubehörtasche
  • Rucksack-Tragegurte
  • Gewicht: ca. 1,8 kg
  • Farbe: Weiß
  • Erhältlich seit Januar 2025
  • Artikelnummer 606622
  • Verkaufseinheit 1 Stück
  • Größe 4/4 - 3/4
  • Gewicht 1,8 kg
  • Rucksackgurt Ja
  • Hygrometer Nein
  • Tragegriff Ja
  • U-Bahn-Griff Ja
€ 188
Alle Preise inkl. MwSt.
Sofort lieferbar
1

2 Kundenbewertungen

4 / 5

Handling

Stabilität

Verarbeitung

2 Rezensionen

A
Gute Details, schlechte Isolierung
Andreas109 26.10.2026
Endlich mal ein neuer weißer Geigenkasten mit glatter Oberfläche auf dem Markt! Weiß, weil der Kasten im Sommer nicht so stark aufheizt. Glatte Oberfläche, weil dann die vielen bunten Aufkleber endlich mal halten und nicht ständig wieder abfallen. Und besonders schön auch: kein "technisch schwarzes" Innenfutter, sondern mit hellem Stoff und ansprechendem Muster.

Tatsächlich ist dieser Kasten eher "perlfarben" glitzernd statt weiß, aber immerhin glatt. Das Innenfutter sieht in echt nicht ganz so schön aus wie auf den Produktbildern, aber trotzdem schöner als Schwarz.

Der Deckel ist im mittleren Bereich sehr weit hochgezogen, was ihm viel Stabilität gibt, von der Ästhetik her aber "Geschmackssache" ist, genau wie der silbern glänzende "Artino" Schriftzug. Die Verarbeitung sieht hochwertig aus. Handgriff und U-Bahn Griff greifen sich angenehm, der U-Bahn Griff bleibt zudem in seiner Position. Am Boden schützen bei Hinstellen mit dem U-Bahn-Griff Standnocken die umlaufende Dichtung, zudem fällt der Kasten nicht um, wenn man ihn auf diese seine kurze Seite stellt.

Leider gibt es nur eine zentrale obere Öse für die Schultergurte, wie bei den meisten Kästen. Somit schneiden die Gurte am Hals ein, vor allem wenn man breitere Schultern hat. Mit einer zusätzlichen seitlichen Öse kann man aber nur einen Gurt verwenden und den Kasten über die Schulter hängen. Praktisch, wenn man einen Rucksack trägt. Die Karabiner an den Gurten sind zwar aus Plastik, wirken aber sehr stabil. Die Ösen am Kasten sind so gestaltet, dass die Karabiner nicht in Kontakt mit dem Kasten selber kommen. Auf den Gurten ist ein "Rutschschutz" aus Gummiplatten aufgeschoben, der aber leider immer nach unten rutscht und somit seinen Zweck nicht erfüllen kann.

Anders als viele andere Kunststoffkästen wird der "Muse" nicht von 2, sondern von 3 Schließen zugehalten. Diese wirken stabil und sind sehr einfach zu bedienen, sowohl beim Öffnen als auch beim Schließen, da die Schließbügel minimal schwergängig sind.

Der Deckel lässt sich 90° öffnen und fällt nicht von selber zu, er benötigt dafür auch kein Halteband, das ausreißen könnte. Auf der Kastenunterseite sind dicht an der Kante mit Scharnieren zusätzliche Standnocken. Sie sorgen dafür, dass der Kasten nicht auf die Scharnierseite kippt, wenn man die Geige herausnimmt. Leider funktioniert das nur, wenn keine Tragegurte eingehängt sind.

Die innen liegende, verstellbare Halterung für die Geige aus sehr festem flexiblen Schaum wirkt sehr stabil und sorgt für viel Abstand des Instruments von den Kastenwänden. Das ist auch dringend notwendig, denn der Deckel ist zwar ziemlich steif und der ganze Kasten im geschlossenen Zustand verwindungsfest, Boden und Seiten lassen sich aber ohne Probleme mit dem Finger einen cm weit eindrücken. Die Seiten springen dabei sogar aus der umlaufenden Gummidichtung. Durch den Abstand des Instruments wirkt sich das erst mal nicht aus. Auch über dem Steg ist reichlich Abstand. Ich vermute aber, wenn man ausrutscht und auf den Kasten fällt, ist die Geige hinüber.
Die Haltebänder mit Klettverschlüssen für Geigenhals und die Schulterstütze sind hervorragend gelöst. Es finden jedoch nur Schulterstützen mit einklappbaren Füßen Platz.

Die Drehbogenhalter sind sehr schwergängig und rastend, lösen sich also nicht von selbst. Bei den Taschen, die die Bogenspitzen aufnehmen, bin ich mir nicht sicher. Sie sind nur mit dem dünnen Innenbezugs-Stoff vernäht, welcher in die Schale geklebt ist. Die Taschen sind nicht flexibel. Wenn man den Bogen unachtsam herausnimmt, könnte die Bogenspitze abbrechen.

Das kleine Zubehörtäschchen finde ich reichlich unpraktisch. Es ist fummelig zu öffnen und innen rund, mehr als ein Stück Kolophon und einen Bleistiftstummel und vielleicht noch einen Dämpfer bekommt man nicht hinein. Zudem ist der Klettverschluß, mit dem es im Kasten befestigt ist, schwach. Bei schwereren Inhalten könnte es sich beim Transport lösen. Außerdem liegt noch eine rollenförmige Tasche bei, die man per Karabiner außen an den Kasten anhängen kann. Diese ist dick gepolstert und der Reißverschluss abgedeckt, so dass sie beim Transport keine Geräusche verursacht. Den Sinn verstehe ich trotzdem nicht so ganz, da man bei einem Formkasten normalerweise eh noch eine zweite Tasche für Noten, Trinkwasser usw. dabei hat.

Eine Instrumentendecke liegt ebenfalls bei, allerdings aus einem sonderbaren steifen Material. Es ist wohl Schaumstoff, der beidseitig mit dem dünnen Innenbezugsstoff beklebt wurde. Vorteilhaft ist, dass sie sehr schnell positioniert ist und beim Transport wohl auch nicht verrutscht. Außerdem dürfte sie ein ganz klein wenig isolieren.

Tja, die thermische Isolierung: der Kasten hat eine Wandstärke inclusive des Stoffbezuges von 2,0 bis 2,2 mm. Jede Temperaturänderung geht also praktisch direkt durch. Für Länder mit gleichbleibendem Klima mag das gehen, aber bei uns tut man sich und dem Instrument damit keinen Gefallen und braucht im Herbst und Winter zwingend eine zusätzliche Isolierhülle (durch die der Kasten dann schwerer und voluminöser wird als ein bereits isolierter Kasten).

Eine positive Sache: der Kasten stinkt nicht nach Chemie. Direkt nach dem ersten Öffnen konnte ich ganz wenig Geruch wahrnehmen, danach nicht mehr.

So, und nun also das Fazit: für wen könnte dieser Kasten was sein? Was das Design betrifft, muss das jeder für sich selbst entscheiden. Als Auswärts-Begleiter für das ganze Jahr: eher nicht, weil die Isolierung weitgehend komplett fehlt. Wer im Winter mal zu einer Probe kam und feststellen musste, dass sich alle Wirbel gelockert haben, infolgedessen der Steg und anschließend der Stimmstock umgekippt war, möchte was andres. Als kompaktes Transportmittel für das Handgepäckfach in Flugzeug und Bahn: eher nicht, da sich der Kasten seitlich so leicht zusammendrücken lässt. Wenn jemand Unaufmerksames seinen Koffer danebenwuchtet oder die Gepäckklappe zudrückt, bricht die Zarge. Hier fehlt einfach eine Versteifung entlang der umlaufenden Dichtung (und des Bodens).
Handling
Verarbeitung
Stabilität
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