Dieser Kopfhörer macht praktisch alles richtig und ist definitiv eine sehr gute Wahl für Musikgenuss in allen Genres. Für den Einsatz als Studiokopfhörer für Mixing, Mastering, usw. kann ich mangels Erfahrung keine Bewertung geben.
Erstmal zum Sound:
Der R50x verfügt über einen kräftigen aber kontrollierten Bassbereich, der nicht in die Mitten überschwappt. Dieser geht bis ~30Hz runter, was für ein offenes Modell sehr gut ist.
Die Höhen sind ebenfalls etwas angehoben und liefern sehr gute Detailwiedergabe. Es gibt Jedoch eine Spitze bei etwa 8kHz, die je nach Musikstück etwas anstrengend sein kann. Die lässt sich aber leicht unter Kontrolle bringen, aber dazu später mehr. Sibillanz gibt es keine.
Die Mitten sind hier das absolute Highlight. Ich kann es nicht richtig in Worte fassen, aber der R50x macht etwas im oberen Mittenbereich, das Vocals (besonders weiblichen) und Saiteninstrumenten eine gewisse Textur verleiht, die man fast schon anfassen kann. Absolut genial.
Die Räumliche Positionierung von Klangquellen ist gut bis sehr gut.
Weiter hin ist der R50x so offen wie ein Kopfhörer es sein kann. Er isoliert praktisch gar nicht vor Geräuschen von außen.
Komfort:
Der R50x ist mit knapp 210g sehr leicht und die Aussparung in der Mitte des Kopfpolsters reduziert das empfundene Gewicht noch weiter. Der Anpressdruck der Hörmuscheln ist auch recht gering und ggf. sehr einfach anzupassen. Was manche stören könnte ist, dass die Hörmuscheln nicht sehr tief und die Treiber nicht angewinkelt sind, was nicht viel Platz für die Ohren lässt. Diese treffen zwar auf recht weichen, aufgespannten Stoff und nicht direkt auf hartes Plastik, aber manche Menschen sind hier recht empfindlich.
Der Sitz kann wie bei fast allen andern Kopfhörern in der Höhe angepasst werden. Die Rastungen sind hier nicht sehr ausgeprägt, aber vorhanden.
Was sich mir nicht ganz erschließt, ist, dass die Hörmuscheln nach hinten angewinkelt sind, was noch etwas mehr Druck auf die Ohren gibt, da diese Federgelagert sind. Hier gibt es auch einen Kniff, aber dazu ebenfalls später mehr.
Verarbeitung:
Sehr gut. Sehr leicht, ohne klapprig zu sein und ohne, dass etwas knarzt.
Interessanter industrieller Look und fast vollständig aus Metall gefertigt.
So jetzt zu den beiden Tipps und Tricks um diesen Kopfhörer noch besser zu machen.
Um den 8kHz Peak zu zähmen und etwas Schärfe rauszunehmen, kann ein eine Schaumstoffscheibe zwischen den Treiber und das Ohrpolster gelegt werden. Hier eignet sich die für den AKG K270 perfekt. Die Polster lassen sich sehr einfach abnehmen und wieder anbringen.
Was den Winkel der Ohrmuscheln angeht, lässt sich folgendes machen:
Die beiden "Klötze", an den Enden des Kopfbandes aufschrauben und vorsichtig auseinandernehmen. Dort ist eine Blattfeder zu finden, die für die Rastung der Höhenverstellung zuständig ist, sowie die Federwirkung beim Drehen der Hörmuscheln. Die Schraube, mit der die Feder fixiert ist muss etwas gelöst und die Feder an dieser um 180 Grad gedreht werden.
Dann den Klotz wieder zusammensetzen und am Anderen wiederholen.
Dies hat für mich den Komfort deutlich erhöht, da nun weniger Druck auf den Ohren ist.
Alles in allem ist der R50x nicht gut für das Geld, er ist einfach gut.