Das Focusrite Scarlett 18i20 (4th Gen) wurde als Ersatz für ein älteres Interface gesucht, insbesondere wegen der gewünschten Mute- und Dim-Funktionen sowie leistungsstärkerer Preamps für leise Mikrofone.
Das Gerät präsentiert sich übersichtlich aufgebaut und vermittelt ein klar strukturiertes Bedienkonzept. Die Preamps bieten ausreichend Verstärkung, auch für leise Mikrofone, und liefern ein sauberes, praxisgerechtes Signal. Die Endlosdrehregler ermöglichen eine präzise Einstellung, und das Konzept der Kanalkonfiguration ist logisch nachvollziehbar umgesetzt. Positiv fällt zudem die LED-Pegelanzeige auf, die eine schnelle erste Orientierung über die Signalpegel erlaubt.
Im täglichen Einsatz zeigen sich jedoch auch Einschränkungen. Die Kopfhörerausgänge sind vergleichsweise leise. Eine direkte Mute-Funktion für Eingänge fehlt. Ebenfalls eingeschränkt ist die Preset-Verwaltung: Es gibt keine praktikable Möglichkeit, per Hardware-Taste globale Routings zu aktivieren oder zu deaktivieren, etwa um Eingänge direkt auf Ausgänge zu schalten. Eine solche Funktion wäre insbesondere für den Standalone-Betrieb ohne Mac oder PC wünschenswert.
Zusätzlich ist die iPad-App nur eingeschränkt sinnvoll nutzbar, da sie faktisch auf die laufende Software Focusrite Control 2 angewiesen ist
Fazit:
Ein technisch solides Audiointerface mit guten Preamps und klarer Bedienstruktur, das jedoch im Bereich Standalone-Funktionalität, Presets und Kopfhörerverstärkung Schwächen zeigt.