Der Harley Benton BZ-7000 II hat mir schon beim Auspacken ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Wunderbar verarbeitet und edel in der Optik -- wie man das meist nur bei Boutique-Bässen kennt -- steht er vor mir. Doch machen wir gleich einen Sprung zu Bespielbarkeit und Sound: Es ist schon ein gewaltiger Unterschied, wenn man vom 5-Saiter auf 7 Saiten umsteigt. Das Griffbrett ist da gleich so breit, dass gewisse Spieltechniken oder Griffweisen umgeändert werden müssen. Für die Hand ist es anstrengend, wenn man Solostücke (Bach to Jazz) aufführt. Allerdings bieten die beiden Zusatzsaiten dann auch wieder Möglichkeiten, die Hand bei schwierigen Stellen zu entlasten. Man muss es ausprobieren.
Sound: Die Werkbesaitung klingt schon ganz gut. Allerdings ist noch Luft nach oben. Mit Elixier-Saiten oder D'addario kann man sicherlich mehr Obertöne und einen schöneren Sound erreichen. Dazu ist es dann bei mir nicht mehr gekommen. Leider hatte der Bass im 7. Bund ein Problem. Da waren wohl die Bünde nicht ganz perfekt abgerichtet. Beim Spielen von Einzeltönen war alles in Ordnung. Beim Akkordspiel entstand ein Schnarren, das auch nicht durch eine Einstellung an der Bridge oder mittels Halsstab zu beseitigen war. Schade. Hier wäre wohl die Lösung ein Plek-Service.
Insgesamt ist der BZ-7000 ein Bass, der spieltechnisch und musikalisch völlig neue Welten eröffnet. Wer nicht nur Lines auf dem Bass spielt, sondern zudem Akkordspiel oder gar polyphone Spieltechniken auf dem Bass zu Gehör bringen will, sollte diesen Bass unbedingt in Betracht ziehen. Von Bossa bis Bach geht hier alles!