So, da werde ich nun mal das gute Stück bewerten. Die Gitarre kam am 30.12.2014 mit der Post, nachdem ich das gleiche Modell eine Woche vorher wägen fehlerhafter Verarbeitung leider zurückschicken musste. Aber Thomann hat mir sofort eine neue und vorallem TADELLOSE "L-1000 OW" zugeschickt.
Verarbeitung:
Das Holz wurde sehr gut ausgewählt und tadellos verarbeitet. Fehler im Lack konnte ich nicht feststellen. Der C-Shape-Hals ist ideal für Metal-Freaks und jene, die es gern etwas moderner mögen. Der Toggle-Switch, der die Position der Humbucker steuert, funktioniert hervorragend. Er sitzt straff, da wackelt NICHTS. Die Tune-O-Matic-Bridge ist ebenfalls sehr gut verarbeitet und mit einer kleinen Korrektur der Saitenreiter ist die Gitarre innerhalb von paar Minuten auch 100% oktavrein. Die Bundstäbchen wurden sorgefältig in das Griffbrett eingelassen, so wie sich das für eine Gitarre gehört. Die Mechaniken sitzen ebenfalls optimal, nicht zu locker und auch nicht zu straff. Was die Gitarre auch sehr lobenswert macht, ist ihre Stimmstabilität. Die Anschlussbuchse für das Instrumentenkabel ist so, wie es sein soll. Leicht straff, damit das Kabel einen festen Sitz hat.
Sound:
Die aktiven Humbucker haben einen Mörder-Sound. Leider auch einen Mörder-Cleansound, deswegen in dieser Hinsicht auch nur 4 Sterne. Im Crunch und Hi-Gain machen die Humbucker eine richtig gute Figur. Die Gitarre ist in erster Linie für moderne Sounds gemacht. Thrash Metaller, Death Metaller, Brutal Death Metaller, Black Metaller und Core-Gitarristen werden sie lieben. Sie kann aber auch softere Musik, Dank der präzise reagierenden Potis für Volume und Tone.
Schaltet man beide Humbucker zusammen und dreht beide Volume-Potis um die Hälfte zurück, so bekommt man einen schönen Cleansound, der bei voll aufgedrehtem Tone-Poti dennoch crispe Höhen zeigt. Aber genau dafür ist ja der Tone-Poti da. Dreht man diesen auch etwas zurück, so wird der Cleansound schön warm und klingt nach einer passiven Les Paul. Das selbe funktioniert auch im Crunch- und Hi-Gain-Bereich. Dreht man da den Volume-Poti des gewählten Humbucker (oder beide gleichzeitig) zurück, so klingt der Sound mehr Oldschool, da dass Preamp-Gain somit reduziert wird.
Aber wie schon erwähnt, ist die Gitarre für VOLLES BRETT gemacht. Ich spiele diese über den Metal-Boliden "Powerball 2" aus dem Hause ENGL. Ich denke, dass sagt schon alles.
Fazit:
Die Gitarre ist eindeutig ihr Geld wert und eine klare Kaufempfehlung. Ideal für Live- und Studio-Arbeit.
Ich persönlich würde mich jedoch freuen, wenn die Humbucker vielleicht in Zukunft noch etwas überarbeitet werden könnten, damit sie im Clean-Kanal nicht so aggressiv wirken. Und es wäre von Harley Benton richtig cool, wenn auch die L-1000 Modelle diese Spezial-Security-Locks wie die L-550 (die passive Schwester aus der Deluxe-Serie) haben. Weil "Deluxe" ist die L-1000 auch.
PS: Ich bin mittlerweile stolzer Besitzer von 4 Harley Benton Les Paul Modellen:
1 L-500 "Vintage" (D-Standard)
1 L-550 "Deluxe" (E-Standard)
1 L-1000 "Progressive Line" in matt-schwarz (Drop-D)
1 L-1000 "Progressive Line" in olympic-white (Drop-C)