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Great money for the value - aber leider nicht ohne Mängel
Eigentlich verdient diese Harley Benton ST-Modern Plus MN HSS PUBL, so wie sie aus dem Karton kommt schon aus dem Stand 5 Sterne, weil man wirklich verdammt viel Gitarre für den bezahlten Gegenwert erhält.
Nur zum Vergleich: Ein Fender Hals aus mexikanischer Fertigung, ohne jegliche Hardware, kostet alleine soviel wie diese Harley Benton.
Korpus:
Anfänglich bin ich etwas erschrocken über die lila Farbverläufe auf dem ansonsten matt schwarzen Korpus, die auf der Website so intensiv nicht zu sehen waren. Aber was soll's? Einfach Mal Mut zur Farbe beweisen.
Ansonsten gibt es nichts zu mäkeln. Mir gefällt die Optik und Haptik dieses (dreiteiligen) sandblasted ash Body ausnahmslos gut!
Einziges Manko: Meine ST-Modern bringt aber 4,0 bis 4,1 Kg auf die Waage, was in erster Linie dem nicht gerade leichten Esche-Korpus zuzuschreiben ist.
Hals:
In meinem Falle ist der Hals leider sehr schlicht bis fast nicht sichtbar geriegelt. Ansonsten ist er aber optisch tadellos und die dunkle Röstung sowie die matte Lackierung steht diesem Hals bestens.
Ein für mich kaufentscheidendes Merkmal ist der Compound Griffbrettradius (12 bis 16 Zoll) sowie die Edelstahlbünde. Richtig bearbeitet und poliert sind diese Bünde ein Traum und Bendings gehen aufgrund des flachen Griffbrettradius leicht von der Hand.
Die Mechaniken sind zweckmäßig, lassen aber Luft nach oben. Insbesondere die Grate auf der Oberseite der Stimmwirbel, wohl Überreste des Gussprozesses, lassen diese Mechaniken qualitativ minderwertig wirken.
Ich bevorzuge grundsätzlich Ahorn-Griffbretter wegen der glatteren Oberfläche, habe aber auch aus der selben Serie eine Harley Benton ST-Modern mit Palisander-Griffbrett. Die Lackierung mit der offenbar beide Arten von Griffbretthölzer behandelt werden führen dazu, dass das Griffbrett sich etwas klebrig anfühlt. Auch ein leichtes Anschleifen ändert da nicht wirklich viel.
Apropos Bünde: Die wirklich vorbildlich abgerundeten Griffbrettkanten sollten jedoch nicht dazu verleiten zu denken, dass der Gesamtzustand der Bünde sich in gleichem optimalen Zustand befindet.
Beim Überprüfen der Bundhöhen mit dem StewMac Fret-Rocker offenbarten sich 6 Wackelkandidaten, sprich ungleich hohe Bünde. Auch waren die Bünde nur suboptimal poliert und hatten teilweise noch einige Bearbeitungsspuren.
Der Sattel war bis auf zwei Sattelkerben weitgehend korrekt gekerbt.
Diese Probleme hatte ich bei deutlich teureren Gitarren in der Vergangenheit ebenfalls festgestellt, was beweist, dass man mit mehr investiertem Geld nicht automatisch eine bessere Setup Qualität erwarten darf.
Mein Rat: Wer nicht über das notwendige Werkzeug und Know-How verfügt, sollte diese Gitarre noch einem Gitarrenbauer anvertrauen. Denn die Harley Benton ist es wert und nach einem optimalen Setup nimmt es sie mit fast jeder Gitarre der großen Namen im 1.000 Euro Bereich auf.
Elektronik:
Die Tesla Pickups machen ihren Job gut und für mich gibt es keinerlei Gründe diese gegen andere Pickups zu tauschen. Sie klingen m. E. recht gut ausbalanciert, schön rund und klar ohne aber wiederum spitz oder sonst wie verwaschen daherzukommen oder in bestimmten Frequenzbereichen zu überzeichnen.
Auch die Verdrahtung und die Lötarbeit unter dem Pickguard sah eigentlich ganz ordentlich aus. Denn zu Beginn funktionierte erstmal alles einwandfrei bis sich schon nach relativ kurzer Zeit ein merkwürdiger Effekt einstellte: Das Volume Poti regelte beim Herunterregeln nicht mehr komplett die Lautstärke zurück. Mal besser dann mal wieder schlechter. Ich vermutete zunächst einen Kurzschluss oder Masseproblem, fand dann aber heraus, dass es das Volume Poti war. Auf dem Gehäuse des Potis waren insgesamt 7 Masseleitungen angelötet. Ich vermute, die wiederholte Aufheizung des Potigehäuses mit dem Lötkolben hat die Widerstandsbahn beschädigt und es war nur noch eine Frage der Zeit bis es ausfiel.
Hier habe ich mir zur Angewohnheit gemacht, alle Masseleitungen vorher zusammen zu löten und dann davon abgehend nur noch ein Kabel an das Potigehäuse zu löten. Das schützt das Poti vor Überhitzung durch das wiederholte Anlöten zahlreicher Kabel.
Also sind leider aus den anfangs gerne vergebenen 5 Sternen, dann nur 4 Sterne geworden, weil ich noch viel Zeit in die Optimierung, das Setup und in die Fehlerbehebung der Eletronik stecken musste.
Aber es hat sich gelohnt. Jetzt habe ich ein tolles Instrument und Thomann eine Rücksendung weniger!
Nur zum Vergleich: Ein Fender Hals aus mexikanischer Fertigung, ohne jegliche Hardware, kostet alleine soviel wie diese Harley Benton.
Korpus:
Anfänglich bin ich etwas erschrocken über die lila Farbverläufe auf dem ansonsten matt schwarzen Korpus, die auf der Website so intensiv nicht zu sehen waren. Aber was soll's? Einfach Mal Mut zur Farbe beweisen.
Ansonsten gibt es nichts zu mäkeln. Mir gefällt die Optik und Haptik dieses (dreiteiligen) sandblasted ash Body ausnahmslos gut!
Einziges Manko: Meine ST-Modern bringt aber 4,0 bis 4,1 Kg auf die Waage, was in erster Linie dem nicht gerade leichten Esche-Korpus zuzuschreiben ist.
Hals:
In meinem Falle ist der Hals leider sehr schlicht bis fast nicht sichtbar geriegelt. Ansonsten ist er aber optisch tadellos und die dunkle Röstung sowie die matte Lackierung steht diesem Hals bestens.
Ein für mich kaufentscheidendes Merkmal ist der Compound Griffbrettradius (12 bis 16 Zoll) sowie die Edelstahlbünde. Richtig bearbeitet und poliert sind diese Bünde ein Traum und Bendings gehen aufgrund des flachen Griffbrettradius leicht von der Hand.
Die Mechaniken sind zweckmäßig, lassen aber Luft nach oben. Insbesondere die Grate auf der Oberseite der Stimmwirbel, wohl Überreste des Gussprozesses, lassen diese Mechaniken qualitativ minderwertig wirken.
Ich bevorzuge grundsätzlich Ahorn-Griffbretter wegen der glatteren Oberfläche, habe aber auch aus der selben Serie eine Harley Benton ST-Modern mit Palisander-Griffbrett. Die Lackierung mit der offenbar beide Arten von Griffbretthölzer behandelt werden führen dazu, dass das Griffbrett sich etwas klebrig anfühlt. Auch ein leichtes Anschleifen ändert da nicht wirklich viel.
Apropos Bünde: Die wirklich vorbildlich abgerundeten Griffbrettkanten sollten jedoch nicht dazu verleiten zu denken, dass der Gesamtzustand der Bünde sich in gleichem optimalen Zustand befindet.
Beim Überprüfen der Bundhöhen mit dem StewMac Fret-Rocker offenbarten sich 6 Wackelkandidaten, sprich ungleich hohe Bünde. Auch waren die Bünde nur suboptimal poliert und hatten teilweise noch einige Bearbeitungsspuren.
Der Sattel war bis auf zwei Sattelkerben weitgehend korrekt gekerbt.
Diese Probleme hatte ich bei deutlich teureren Gitarren in der Vergangenheit ebenfalls festgestellt, was beweist, dass man mit mehr investiertem Geld nicht automatisch eine bessere Setup Qualität erwarten darf.
Mein Rat: Wer nicht über das notwendige Werkzeug und Know-How verfügt, sollte diese Gitarre noch einem Gitarrenbauer anvertrauen. Denn die Harley Benton ist es wert und nach einem optimalen Setup nimmt es sie mit fast jeder Gitarre der großen Namen im 1.000 Euro Bereich auf.
Elektronik:
Die Tesla Pickups machen ihren Job gut und für mich gibt es keinerlei Gründe diese gegen andere Pickups zu tauschen. Sie klingen m. E. recht gut ausbalanciert, schön rund und klar ohne aber wiederum spitz oder sonst wie verwaschen daherzukommen oder in bestimmten Frequenzbereichen zu überzeichnen.
Auch die Verdrahtung und die Lötarbeit unter dem Pickguard sah eigentlich ganz ordentlich aus. Denn zu Beginn funktionierte erstmal alles einwandfrei bis sich schon nach relativ kurzer Zeit ein merkwürdiger Effekt einstellte: Das Volume Poti regelte beim Herunterregeln nicht mehr komplett die Lautstärke zurück. Mal besser dann mal wieder schlechter. Ich vermutete zunächst einen Kurzschluss oder Masseproblem, fand dann aber heraus, dass es das Volume Poti war. Auf dem Gehäuse des Potis waren insgesamt 7 Masseleitungen angelötet. Ich vermute, die wiederholte Aufheizung des Potigehäuses mit dem Lötkolben hat die Widerstandsbahn beschädigt und es war nur noch eine Frage der Zeit bis es ausfiel.
Hier habe ich mir zur Angewohnheit gemacht, alle Masseleitungen vorher zusammen zu löten und dann davon abgehend nur noch ein Kabel an das Potigehäuse zu löten. Das schützt das Poti vor Überhitzung durch das wiederholte Anlöten zahlreicher Kabel.
Also sind leider aus den anfangs gerne vergebenen 5 Sternen, dann nur 4 Sterne geworden, weil ich noch viel Zeit in die Optimierung, das Setup und in die Fehlerbehebung der Eletronik stecken musste.
Aber es hat sich gelohnt. Jetzt habe ich ein tolles Instrument und Thomann eine Rücksendung weniger!
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