Die Klaviatur ist stabil und präzise, da wackelt und klappert nichts. Die Tastatur hat die normale Breite von 165mm pro Oktave. Einige Einsteiger-Keyboards (z.B. von Yamaha) haben etwas schmalere Tasten und kommen nur auf 158 bis 160mm pro Oktave (also schon 2.5 bis 3.5cm Unterschied auf die Keyboard-Breite!). Der korrekte Oktav-Abstand war mir wichtig, weil ich parallel noch ein Stage-Piano verwende.
Der Joystick für Pitch und Modulation gefällt mir sehr sehr viel besser als die beiden entsprechenden Bedienräder bei meinem Stage Piano.
Die Instrumenten-Klänge finde ich alle super und sehr gelungen. Bei den Piano-Sounds höre ich selbstredend einen Unterschied zu meinem sehr viel teueren Stage-Piano, was aber angesichts des Preises auch zu erwarteten ist. Die internen Lautsprecher sind wirklich gut und verzerren auch bei hohen Lautstärken nicht.
Folgende Punkte waren für mich noch super wichtig, und haben meine Kaufentsscheidung zwischen dem Yamaha E473 und dem Korg EK-59 zugunsten des Korg-Gerätes entschieden:
(1) Das Korg-Keyboard hat in der Begleitautomatik eine "Count-In" Funktion, also ein Phrase der Begleitautomatik die wie ein Dirigent vor dem Beginn des Stücks den Takt vorgibt.
(2) Das Korg EK-50 hat große und vor allem beleuchtete Tasten, so dass die Aktivierung einer Tast sofort durch die LED Tastenbeleuchtung sichtbar ist. Das finde ich sehr viel ergonomischer als auf einem winzigen Display den entsprechenden Eintrag suchen zu müssen. Das ist gerade bei den Tasten zur Aktivierung der "Parts" und für die Begleitautomatik sehr viel "schneller" und daher "bühnentauglicher".
(3) Das Korg EK35 hat einen Sequencer mit Overdub-Funktion.
(4) Das Korg EK35 kann dank der Umschaltung zwischen Alkali- und NiMH-Akkus problemlos mit Akkus betrieben werden, ohne dass aufgrund der geringeren Zellspannung von Akkus auch bei vollen Akkus immer "Batterie leer" angezeigt wird.
(4) Die Lautsprecher können per Tastendruck abgeschaltet werden. So kann man bei Verwendung eines externen Verstärkers die internen Lautsprecher verstummen lassen, ohne dazu extra einen Kopfhörer einstöpsln zu müssen.
(5) Die Bedienung ist super einfach: man muss sich an keiner Stelle durch irgendwelche Menus graben (wie beispielsweise beim Yamaha E483, dafür sind aber beim Yamaha auch detaillierte Einstellmöglichkeiten vorhanden). Beim Korg wird vieles über die Shift-Taste erledigt. Das ist intuitiv und einfach, aber vielleicht für einige Benutzer komisch, weil man die Shift-Taste und eine weitere Funktionstaste GLEICHZEITIG drücken muss und somit beide Hände beschäftigt sind.
Folgende Aspekte finde beim EK50 eher ungüstig:
(1) Das Gehäsue hat viele Ecken, Kanten, Nuten, etc., wo sich der Staub fängt. Einfach mal mit dem Lappen drüberwischen reicht nicht. Und die Bassreflex-Öffnungen auf der Gehäuse-OBERSEITE sind wie zwei schwarze Löcher, wo andauernd etwas hineinfällt. Ich habe zwischenzeitlich die Öffnungen mit einem kleinen schwarzen Schaumstoff "verschlossen". Wie Korg so was machen kann, erschießt sich mir nicht. Aber vor dem Kauf war mir dieser Umstand auch nicht bewusst.
(2) Das Poti für die Lautstärke ist sehr sehr leichtgängig, ich vermute (Achtung: Vermutung!), das könnte nicht sehr hochwertig sein.
(3) Die Beschriftungen für die Buchsen auf der Rückseite sind ohne Taschenlampe nicht zu lesen (Schwarz auf Schwarz). Ich hätte mir hier aufgedruckte Beschriftungen in weißer Farbe gewünscht.
(4) Es liegt nur eine gedruckte Kurzanleitung bei ("Quick Start Guide"). Die richtige Anleitung gibts auf der Korg Webseite. Wer nur die Kurzanleitung liest, könnte Verständisprobleme haben. Die deutsche Übersetzung ist schlecht, die englische Version deutlich besser aber immer ziemlich beschämend für den Hersteller.
Noch ein Hinweis: Ich war ziemlich erstaunt, dass das EK50 schon seit 7 Jahren auf dem Markt ist (Erscheinungsjahr 2018). Man könnte es somit als "veraltet" bezeichnen. Aber das Yamaha E463, auf dem E473 von 2022 basiert, ist auch dem jahr 2018. Und seit der Vorstellung des EK50 im Jahr 2018 wurden einige Sondervarianten wie das erweiterte EK-50 L oder für besondere Zielmärkte wie EK-50 IN (für Indien), EK- 50 U (für America), EK-50-CSA (Latin America) entwickelt. Offenbar ist das Gerät alles andere als "nicht mehr relevant".
Thomann hat den Orignal-Karton des Herstellern nochmals in einen stabilen Karton eingepackt. Daher waren meine Sorgen, ob das Gerät den DHL-Versand überlebt, überflüssig. Danke für diese Sorgfalt.
Mein Fazit: Ein leicht und schnell zu bedienendes, bühnentaugliches Keyboard mit tollem Klang und gutem Lautsprechersystem.