Da ich auf 500er Module umgestiegen bin, brauchte ich einen guten Frame. Bestellt habe ich ein Midas Legend L10, ein Fredenstein Bento 8 Pro Pure Analog und das Lindell. Davon ist das Lindell mit Abstand das beste Gerät.
Die Verarbeitung ist top. Das Gerät fühlt sich wertig an, sieht gut aus und vermittelt Vertrauen. Da ist es mir dann auch egal, dass es in China gefertigt wurde. Besonders positiv ist das externe Netzteil, welches die Soundqualität im Vergleich zu den beiden anderen Kandidaten klar verbessert. So hatte ich sowohl beim Midas als auch beim Fredenstein stark hörbare Einstreuungen, besonders im Slot ganz rechts, aufgrund der dort intern verbauten Netzteile.
Auch die Befestigung der Module ist beim Lindell durchwegs professioneller und hochwertiger ausgeführt, als bei den beiden anderen. So werden die Schrauben nicht nur vom Blech sondern von Schraubenhülsen gehalten. Da kann man die Module zigfach ein- und ausbauen und trotzdem wird das noch funktionieren.
Die Audiosignale lassen sich hinten einfach per Schalter an den nächsten Kanal weiterleiten, das ist praktisch. Erfreut hat mich, dass das Signal dann aber nicht nur beim nächsten Kanal anliegt, sondern auch beim Audioausgang des Kanals, von dem aus es weitergeleitet wird. So kann ich bei der Aufnahme das Signal von mehreren Slots gleichzeitig aufnehmen, wenn ich beispielsweise im erste Slot einen Preamp und im zweiten Slot einen Kompressor habe und mir mit der Kompression nicht sicher bin.
Die Sub25 Stecker sind ein tolle Ergänzung, die ich aber derzeit nicht brauche.
Was bei der Produktbeschreibung nicht angeführt wird, aber erwähnenswert wäre, ist die Verlinkung der Kompressor-Sidechain-Signale, die mittels Jumper im slotseitigen Bereich des Geräts ausgeführt ist. Will man diese unterbrechen, nimmt man den entsprechenden Jumper heraus. Einfacher wäre es natürlich auf der Hinterseite, aber so geht es auch.
Bisher hatte ich keinerlei Probleme mit irgendeinem Modul, egal ob dort Röhren oder Übertrager drinnen waren. Alles flüsterleise und problemlos.
Wissen sollte man, dass beim ersten Einschub eines Moduls in den Slot ein gewisser Widerstand überwunden werden muss. Das mag am Anfang etwas scary sein, spricht aber wohl eher für eine sichere Verbindung.
Natürlich gibt es auch ein paar negative Punkte. Der erste ist der fehlende Netzschalter. Will ich das Gerät ausschalten, muss ich es vom Netz trennen. Desweiteren passen dir Rackohren, die man selbst anschrauben muss, farblich nicht zum Rest des Gehäuses. Warum das so ist, habe ich keine Ahnung und den meisten wird das ohnehin egal sein, aber ich find´s halt ästhetisch nicht optimal.
Der Preis ist höher als bei den anderen von mir getesteten Geräten, aber ich würde immer wieder zu dem Lindell greifen, da der höhere Preis absolut gerechtfertigt ist. Externes Netzteil, wertige Verarbeitung und toller Sound, was will man mehr.