Der Mooer…
Vorweg: Super, richtig super!
Ausschlaggebend mich nach einem Gerät wie diesem umzuschauen war, dass ich beim Üben ständig ablenken lasse. Warum? Ich bin reiner Heimstudio-Mucker, der weder der Regierung zu Hause, noch den Nachbarn auf den Sack gehen will. Deswegen habe ich keine Amps mehr und nutze seit Jahren die Produkte des Anbieters NDSP. Problem: wenn ich die spiele, läuft der PC, ob mit oder ohne Cubase. Und wenn der läuft, dann klingelt mal hier eine eMail/WhatsApp, oder aber man klickt sich nebenbei durch Videos. Ich habe noch den HOTONE Ampero II zur Verfügung, aber bis ich den jedes Mal aus der Schublade geholt und aufgebaut habe, ist die Lust auf ein paar schnelle Licks verflogen.
Ein Testvideo von John Nathan Cordy war das Zünglein an der Waage, der genauso begeistert davon war, dass die Presets ab Werk auf jeden Fall funktionieren. Und das gleich beim ersten Start. Der Akku hatte ca. 65% Ladung, also konnte ich sofort starten.
Pros:
- ein für mich ansprechendes Design
- selbsterklärende Bedienung über die Knöppe am Gerät
- voreingestellte Presets klingen gut. Ein Kriterium ist dabei für mich, dass High Gain Sounds gerade über Kopfhörer nicht klingen, als hätte jmd einen Staubsauger digitalisiert
- die Simplizität der Nutzung: Einschalten, Instrument anschließen, Preset wählen, Abfahrt!
- Drumsounds klingen amtlich und machen zum Jammen Spaß. Dabei ist das gewünschte Tempo stufenlos regelbar. (reines Metronom gibt's auch)
Wer Loopen will, muss den Mooer per Bluetooth mit dem Smartphone oder Tablet über Bluetooth verbinden. Ich hatte mir die App direkt von Mooer-Seite gezockt. Die BT-Verbindung von Anfang an ohne Stress. Bis die Verbindung steht sollte man sich zwei, drei Sekunden gedulden, da gibt es eine leichte Verzögerung. (BT auf dem Smartphone starten, dann unter "Device" auf dem Smartphone Display auf "not connected" tippen.)
Die Aufnahmen gelingen wunderbar, ich habe schon einige Zeit mit Loops verbracht - ohne dass ich mich habe durch Videos etc. habe ablenken lassen. Schließlich blieb der PC aus. :)
OTG-Recording habe ich noch nicht genutzt, weil nicht relevant (momentan)
Kontras:
- das Laden des Akkus dauert! Wer also vorhat, den Mooer für 'ne kleine Session irgendwohin mitzunehmen, sollte rechtzeitig laden. Um 14:24 war ich bei 13%, jetzt ist es 17:31 und mir leuchtet eine 98% entgegen vom Mooer-Display. Ich habe das Gerät erst seit 14 Tagen, kann also keine Info über Akkubelastung (wie lange hält der wirklich?) geben. Zweimal wurde bereits nachgeladen, weil ich jeweils ca. 6-7 Stunden insgesamt gedudelt habe. (Nach dem ersten Start hatte ich ihn auf 96% geladen). Angabe im "Handbuch" = 4,5 h (5V, 2A)
- der Akku ist die Schwachstelle im System, aber auch nur hinsichtlich seiner Haltbarkeit, die man logischerweise nicht einschätzen kann. Ist das Ding hin, geht nix mehr, außer, man kann über Mooer tauschen? Ich gehe davon aus, dass es auf den Akku *keine* 4 Jahre Garantie gibt. (finde keinen entsprechenden Passus)
- eigentlich kein Kontra: die Lautstärke. Wenn man sich vorher mit dem Mooer befasst hat und weiß, dass aus zwei 7,5 Watt-Tröten kein Bumms kommen kann, darf man im Proberaum nicht enttäuscht sein. Nützlich allerdings hierbei die beiden 6,3 Klinkenausgänge, um eine Verbindung zu Gesangsanlage / aktiven Boxen herzustellen. Dann klappt es auch die Nachbarn zu ärgern. :) Oder aber mit leichtem Gepäck eine Bandprobe zu meistern.
Sonstiges:
- die Mooer AI: Ich habe mir von der AI ein paar Presets basteln lassen, 3 Vorschläge werden jeweils returniert. Die ersten Versuche waren nix, da habe ich die AI aber offensichtlich falsch bedient. Wer seinen Wunsch konkret beschreibt, erhält auch entsprechende Ergebnisse.
Die Cloud: Ich bin kein High Gainer, fühle mich im Low Gain am Wohlsten, allerdings ist wie bei vielen anderen Anbietern die Flut an HighGain-Presets im Gegensatz zu den anderen Kategorien überdurchschnittlich hoch.
Beiwerk:
- Ein Handbuch ist vorhanden, allerdings mit rudimentären Infos. Darüber hinaus gibt es keine Info, wie man in der Mooer-Cloud agiert, aber das findet man im Grunde auch schnell selber 'raus. Umfangreicher ist das Online-Handbuch (#c_static_001-1676603634049)
- Ein USB-Kabel (USB auf USB-C)
- Tragegriff