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Orange Super Crush 100 Head

30 Kundenbewertungen

4.7 / 5

Bedienung

Features

Sound

Verarbeitung

Orange Super Crush 100 Head
€ 479
Alle Preise inkl. MwSt.
In 4-5 Wochen lieferbar
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1 Rezension

P
Guter Cleansound, Dirty Channel schwachbrüstig
PaulaLover1969 08.09.2026
Die wichtigste Botschaft vorweg: Glaubt bitte nicht den Blödsinns-Aussagen auf YouTube-Reviews wie "Röhren Killer" oder „tubes are dead“. Das ist reines Marketing und völlig an der Realität vorbei!

Die Musik spielt im wahrsten Sinne des Wortes im Bandgefüge und da kommt der Orange Super Crush 100 einfach nicht mit der Bissigkeit, der Prägnanz und der Kante eines Röhrenamps mit. Wenn es keinen deutlichen Unterschied gäbe, würde kein Gitarrist mehr Röhrenamps spielen und den Mehrpreis zahlen. Hier sollte man einfach auf dem Teppich bleiben bezüglich der Lobeshymnen für den Orange Super Crush, was die YouTuber in ihren Tests eben nicht tun, warum wohl...

Man hat aufgrund der geringeren Durchsetzungsfähigkeit innerhalb der Band stets das Gefühl den Orange Super Crush 100 Amp lauter drehen zu müssen – nicht gut! Ich hatte ihn mir für ein weiteres Bandprojekt bestellt, bei dem nur alle paar Wochen geprobt wird. Aufgrund des etwas feuchten Proberaum-Klimas wollte ich dort keinen sensiblen Röhrenamp stehen lassen. Also musste etwas Unempfindliches her, laut genug für Proben, mit einem schönen Clean Sound, genug Headroom und pedaltauglich. Aufgrund der positiven Bewertungen, wegen der orangefarbenen Optik und des günstigen Preises kam mir der Orange Super Crush 100 Head in den Sinn. Mein Fazit nach den ersten Proben - zuerst das Positive:

Clean Sound wirklich toll für einen Transistor-Amp! Sehr organisch und keineswegs kalt, "steif" oder hifi mäßig. Hat tatsächlich etwas "Rauchiges" und Charakter. Nimmt Pedals sehr gut an. Damit erfüllt dieser Amp auf jeden Fall meine Ansprüche als Pedalplattform Proberaum Amp, der robust und unempfindlich ist.

Auch sehr schön die Optik und die Verarbeitung. Nichts zu bemängeln. Die Bedienung ist einfach, wenn man sich an die Orange typischen Symbole gewöhnt hat. Der orangene Panzer macht wirklich was her und wie man weiß, "spielt das Auge mit". Sehr robust gebaut und mit gut 11 kg trotzdem rückenschonend zu transportieren.

Die Regler reagieren feinfühlig und die Lautstärke/Gain/Master lassen sich gut dosieren. Den z.B. vom Fender Hot Deluxe oder Orange TH30 bekannten (und sehr lästigen) extremen Lautstärkesprung schon bei Stufe 1.5 muss man hier nicht befürchten. Im Gegenteil: Die 100 Transistor Watt sind gar nicht soooo laut. Um in der Band mithalten zu können, muss ich das Volume im Clean Channel und das Master jeweils halb aufdrehen.

Weniger toll der sehr schwachbrüstige, kratzige Dirty Channel, dem jegliches Bassfundament und der nötige Druck fehlt, um sich im Bandgefüge durchzusetzen. Außer man probt wirklich sehr leise mit einem zaghaften Drummer. Klar sind es primär die Mitten, die für die Durchsetzungsfähigkeit eines Gitarrensounds im Bandmix sorgen. Wenn aber untenrum so gar nichts drückt (gespielt an einer 2x12er Box) ist ein Sound für mich nicht praxistauglich. Sehr schade, noch dazu weil der Dirty Sound ab einer gewissen Lautstärke auch noch anfängt dosig, kratzig und billig zu klingen.

Der interne Hall/Reverb... nun ja, wer bitte schön braucht einen Reverb-Effekt, der schon auf ca. 8 Uhr so lange und intensiv nachhallt, als stünde man im Kölner Dom? Alles über 8 Uhr hinaus mündet in einem totalen "Reverb-Inferno". Ein dezenter Hall als „always on“ Grundsound lässt sich hier kaum realisieren.

Zusammengefasst habe ich für einen Zweikanal Amp mit Reverb bezahlt, bei dem ich weder die interne Zerre, noch den Hall nutze. Ob das für andere Gitarristen Sinn machen würde, sei dahingestellt. Angesichts des günstigen Preises, des wirklich guten Clean Sounds, der Pedaltauglichkeit und des coolen Designs, passt es für mich.

Die Möglichkeit zwei 8 Ohm Boxen gleichzeitig betreiben zu können, wäre auch praktisch gewesen, aber die Anschlüsse lassen das nicht zu. Also bleibt nur die Lösung mit einem zusätzlichen Kabel und dem Palmer Cap Merger.

Ich möchte bei allem Lob über den Clean Sound betonen, dass ich ihn auf Basis der Solidestate Amp Technologie bewerte. Es fehlt gegenüber einem guten Tube Amp einfach das Schillernde, das Perlige, das Mittige, um ohne hohe Lautstärke im Bandgefüge bestehen zu können. Aber dafür kostet er schließlich nur einen Bruchteil eines Tube Amps.

Die 100 Transistor Watt sind nicht wirklich laut, so dass es mit einer 1x12er Box gegen den Rest der Band bzw. einem Drummer mit Bumms knapp werden könnte. Eine 2x12er sollte man mindestens einplanen. Beim schwachen Dirty Channel nützt selbst die nichts. Der Overdrive bzw. Distortion Sound scheitert in der Bandpraxis kläglich und wir sind keine Metal Truppe. Daher besser Pedals nutzen!

Die gecrushte Orange ist ein guter, günstiger Verstärker mit Schwächen, der bei mir gemischte Gefühle hinterlässt. Reinen Wohnzimmer Playern wird das natürlich weniger auffallen, denn zuhause bei Zimmerlautstärke klingt fast jeder Amp, jede Klampfe und jedes Pedal gut. Ich schätze aus der Ecke kommen auch viele der überschwänglichen Bewertungen und nicht von Gitarristen, die ihr Equipment tatsächlich live einsetzen.

Man muss wissen, für welche Zwecke dieser Verstärker zum Einsatz kommen soll. Für Proben reicht er mir, bei Gigs werde ich weiterhin auf meine überlegenen Röhrenamps zurückgreifen. Mir war es nur wichtig, potentiellen Käufern klar zu machen, dass die überschwänglichen YouTube-Kommentare maßlos übertrieben sind.
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Sound
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Orange Super Crush 100 Head