Ich habe quasi jedes Review dieser Gitarre auf YouTube geschaut, so gut wie immer wurde die ach so exzellente Werkseinstellung gepriesen.
Das war bei meiner definitiv nicht der Fall, ganz im Gegenteil. Ich habe tatsächlich selten neue Gitarren (auch günstigere) in der Hand gehabt, bei der die Werkseinstellung schlechter war.
Die Halskrümmung war zwar in Ordnung, die Saitenhöhe aber überhaupt nicht.
Nun denkt man sich natürlich, dass das in wenigen Sekunden behoben wäre, einfach mit dem beiliegenden Inbus schnell die Stegreiter runtergestellt. Das war aber leider bei der E1 nicht mehr hinreichend möglich, denn der Stegreiter lag irgendwann auf der Grundplatte des Stegs auf, obwohl die Saitenlage immer noch nicht gut war.
Folglich musste ich die 6 Lagerschrauben alle niedriger drehen, dann noch die Federspannung nachjustieren.
Weiterhin ist die Gitarre mit 4 Vibrato-Federn bestückt. Diese sind kaum unter Spannung (eine davon könnte man problemlos mit den Fingern rausziehen, ohne am Vibrato Gegendruck zu erzeugen). Macht zwar bisher keine Probleme, aber die sitzen wirklich so locker, dass man Angst haben muss, bei Erschütterung könnte sich eine Feder verabschieden.
Wundert mich aber auch alles nicht, denn bei 10-46 Saiten sind 4 Federn normalerweise nicht gefragt.
Und letztendlich agiert der "Pop-In" Vibratoarm nur dann spielfrei, wenn man die Justierschraube wirklich ziemlich hart anzieht. Das können Gotoh und Wilkinson dann wirklich viel besser.
Edit 15.12.2025: Das Gerät ging zurück.
Nach Aufziehen neuer Saiten hatte sich anscheinend ein Stück "Restauflage" in der Sattelkerbe der D-Saite verabschiedet, sodass diese schnarrte. Und das bei alles anderer als flacher Saitenlage.
Und während ich das Problem observiert habe, verabschiedete sich auch noch temporär der ohnehin sehr schwergängige (vermutlich intern defekte) 3-Weg-Schalter.
Eine so unfassbar schlechte Qualitätskontrolle darf einfach nicht sein, das ist peinlich.
Ich habe mittlerweile Ersatz bekommen (bin halt wagemutig). Deutlich besser, aber der Sattel ist immer noch unfassbar schlecht gekerbt (G-Saite klemmt, D-Saite macht ein leises "zing", was dem Kontakt mit dem ersten Bund geschuldet ist. Ich habe jetzt einen neuen "drop in" (also mühelos passenden) neuen Graphtech Sattel bestellt, aber es ist peinlich, dass ich das überhaupt machen muss.
Ich hatte ursprünglich auch Locking Tuner von Gotoh bestellt: Diese passen nicht, weil die Kopfplatte ein wenig dicker als ansonsten (auch bei PRS) üblich ist. Jetzt musste ich die original PRS Locking Tuner bestellen, die in Reviews eher schlecht davon kommen, aber dafür teurer als Gotoh sind. Von einer solchen Gitarre erwarte ich, dass sie ab Werk mit Locking Tunern bestückt ist, zumal man die eben nicht schnell mal austauschen kann.
Natürlich war ich sehr kurz davor, auch das Ersatzmodell wieder zurückzuschicken, aber die Substanz ist einfach gut, sodass sie bleiben darf. Ich werde aber nie wieder eine PRS unbesehen kaufen, denn ganz offensichtlich schert man sich zumindest bei den günstigeren Serien nicht mehr um Qualitätskontrolle.
Edit vom 21.12.2025: Ich habe die Verarbeitung jetzt auf einen Stern runtergeschraubt. Warum? Weil auch bei der zweiten DGT der Schalter Aussetzer in der Stegposition hat.
Ich muss sagen, dass ich in sehr vielen Jahren des (professionellen) Gitarrespielens noch nicht ein einziges Mal eine auch nur halbwegs so schlecht vor Auslieferung gecheckte Gitarre in den Händen hatte, selbst in bedeutend günstigeren Regionen nicht.
Die verhältnismäßig gute Gesamtbewertung ist nur dem Umstand geschuldet, dass die Gitarre wirklich toll klingt, aber ich würde sie mir *nie* nochmal kaufen. Dann lieber das Pendant von Sire (Larry Carlton), denn die Gitarren, die ich bisher in der Hand hatte, waren bisher wirklich immer top.