Gasparo da Salò prägte den barocken Geigenbau wie kaum ein anderer: Als Musiker, Handwerker und Innovator zugleich schuf er ein Lebenswerk, das bereits zu Lebzeiten gefeiert wurde. Sein Experimentiergeist lebt fast 500 Jahre später in dieser einzigartigen Scala-Vilagio-Bratsche weiter: Die kompakte, harmonische Form ist eine exakte Kopie eines historischen Modells aus dem Jahr 1580. Bei der Auswahl der Hölzer wurde allerdings seine musikalische Philosophie konsequent weitergedacht. Durch die Verwendung von Nussbaum für Boden und Zargen klingt sie noch dunkler und wärmer: genau jene Klangaspekte, die da Salò und seine Schüler stets anstrebten. Dazu tragen auch die hohe Deckenwölbung und die langen, offenen F-Löcher bei, klassische Merkmale der von da Salò gegründeten Brescianer Schule.
Beim Bau der Scala Vilagio F.H. Gasparo da Salò Viola WN hat der Geigenmeister Florian Hertzsch – dafür steht die Abkürzung F.H. im Namen, WN wiederum für Walnuss – die Form des ursprünglichen Meisterwerks übernommen. So hat die Bratsche eine kurze 15,5-Zoll-Mensur, die sie angenehm spielbar macht. Außerdem ist die Decke nicht wie im Barock aus dem Vollen geschnitzt: Sie ist aus Fichtenplatten gebogen, wie es im englischen Gambenbau seit Jahrhunderten praktiziert wird. So wird sie dünner und leichter; eine geringere Masse spricht schneller an, und Instrumente mit gebogenen Decken klingen insgesamt lauter. Hier trifft eben Tradition auf Moderne – die Hölzer wurden für einen präzisen Klang und eine robuste Konstruktion auf spezielle Frequenzen abgestimmt.
Bevor sich die Maße der orchestralen Streicher, so wie wir sie heute kennen, endgültig herausbildeten, experimentierten vor allem die großen Meister wie da Salò mit Form – Wölbung, Bugbreite, Mensur – um den musikalisch gewünschten Ton zu erzielen: direkt, warm, beinahe erdig. So entstand um 1580 das Vorbild für diese kleine, harmonisch proportionierte Bratsche. Die Nussbaumteile sind zudem weniger dicht als das historisch belegte Ahornholz. Dementsprechend gut geeignet ist diese Viola für kleinere Bratschisten oder auch Violinisten, die gelegentlich in der Altstimme musizieren. Zur angenehmen Spielbarkeit trägt auch das Ebenholzgriffbrett bei. Auch wenn 1580 massives Ebenholz hier wohl kaum Verwendung fand, so ist es typisch, dass solche Verschleißteile im Laufe der Jahrhunderte oft ersetzt und modernisiert wurden.
Scala Vilagio ist eine Thomann-exklusive Marke, unter welcher hochwertige Streichinstrumente und vollprofessionelles Zubehör angeboten wird. Es werden ausschließlich nachhaltig angebaute und über lange Zeit getrocknete europäische Hölzer verwendet. Die Instrumente werden von Geigenbaumeistern nach traditionellen Bauweisen der großen Vorbilder gebaut: Neben Stradivari und Guarneri del Gesu finden sich hier auch Großmeister wie Nicolo Amati oder Giovanni Paolo Maggini. Alle stehen für eine Vielzahl individueller Klangkonzepte, und lassen jedes für sich ein Stück Instrumentenbaugeschichte erleben. Die breite Palette an unterschiedlichen Modellen wird nur möglich durch das breite Spektrum der Instrumentenbauer, die unter anderem in Franken, in den Karpaten und in der Tschechei die Scala-Vilagio-Instrumente in der Tradition der alten Meister bauen.
Diese Bratsche verbindet die Erkenntnisse aus beinahe einem halben Jahrtausend Musikgeschichte. In seiner Werkstatt in Niederbayern fertigt Florian Hertzsch eben Instrumente zum Musikmachen, mit Hi-Tech-Akustikanalyse sowie leidenschaftlicher Handarbeit. Das setzt sich auch in der weiteren Ausstattung der Scala Vilagio F.H. Gasparo da Salò Viola WN fort, etwa bei den in Wien handgewickelten Saiten von Thomastik oder dem robusten Jakob-Winter-Formkoffer mit abnehmbaren Rucksackgurten. Wer sich als erfahrener Musiker ein solches Werkzeug gönnt, besitzt wohl schon den einen oder anderen Bogen, natürlich gibt es aber von Scala Vilagio auch eine Auswahl passender Bögen in unterschiedlichen Ausstattungen.