Das Vahlbruch Kaluna V2 ist in puncto mechanischer Konstruktion und Materialqualität ein absolutes Meisterwerk. Die Hochspannungstechnik (250V) innerhalb des Pedals und die lautlose MagTraB-Schalttechnologie sind beeindruckend. Von der Verarbeitungsqualität her spielt es definitiv in der obersten Boutique-Liga.
Klanglich ist das Kaluna sehr „transparent“ und „modern“ ausgerichtet. In meiner persönlichen Erfahrung konnte ich jedoch nicht das typische „Vintage-Vakuum-Röhrenfeeling“ finden – also diese cremige, holzige Textur, die man beispielsweise von der alten Seymour Duncan Twin Tube Serie kennt. Das Kaluna ist deutlich schneller, attack-orientierter und hebt die Transienten sehr stark hervor.
Der schwierigste Aspekt ist, dass der EQ hinter der Röhre (Post-Tube) positioniert ist. Die aktiven Regler mit ihrem weiten Bereich (+/- 12dB) verändern den Ton mit chirurgischer Präzision. Besonders die Schärfe in den Höhen kann manchmal ein fast „rasierklingenscharfes“ Niveau erreichen. Statt des runden, weichen Roll-offs, den man von einem echten Röhrenverstärker kennt, gibt es hier eine eher kantige und aggressive Brillanz. In Kombination mit digitalen Modelern (wie dem Kemper) macht dies den Sound oft zu spitz. Manipulationen an den Mitten führen zudem dazu, dass der Sound entweder zu sehr aufbläht oder das Fundament des Profils komplett verliert.
Wer ein hochwertiges, nebengeräuscharmes Pedal für moderne, definierte Drive-Sounds sucht, wird mit dem Kaluna glücklich. Wer jedoch die „echte“ Röhrenwärme sowie geschmeidige, weiche Höhen sucht, könnte von dem modernen Charakter und der aggressiven EQ-Struktur enttäuscht sein.