Ich bin ein großer Fan von Drumsounds. Vor allem, wenn man sie modifizieren kann. Dies betrifft sowohl analoge, als auch digitale Drumsounds. Hier bin ich sowohl mit Desktopgeräten, als auch modular unterwegs. Als Behringer das BDS-3 (auf meinem steht noch SDS-3 drauf) anteaserte, konnte ich es gar nicht abwarten, bis das Gerät bestellfähig wurde. Als Besitzer des Behringer Syncussion war die Erwartungshaltung auch entsprechend groß. Jetzt wo ich das BDS-3 im Einsatz habe, bin ich etwas ernüchtert. Das liegt aber hauptsächlich daran, dass ich zu sehr mit dem Syncussion vergleiche.
Das BDS-3 ist schmaler als das Syncussion und bietet einem dazu gleich 4 identische Soundmodule. Diese sind im Funktionsumfang jedoch eingeschränkter.
Ich habe das BDS-3 ins Eurorack eingebaut und steuere es über die Gate-Ausgänge des Behringer RD-9 an, was einwandfrei funktioniert. Die Bedienung des BDS-3 ist intuitiv und einfach. Die Regler für Pitch und Decay Time sind leider so ausgelegt, dass feinste Änderungen bereits zu großen Veränderungen führen. Genau den Punkt zu treffen, den man haben möchte, ist dadurch etwas knifflig. Vor allem, wenn man dann den persönlichen Sweetspot gefunden hat, diesen dann auf die anderen 3 Module übertragen möchte. Der Regler für die Überblendung zwischen noise und tone ist auch eher etwas grob. Es mag sein, dass dies alles im Vergleich mit der Simmons authentisch ist, was ich nicht beurteilen kann, stört mich aber etwas.
Den Sound finde ich etwas speziell. Eine typische 909 Kick und Snare habe ich noch nicht erzeugen können. Auch eine "fauchende" Snare, wie es mit dem Syncussion möglich ist, habe ich nicht hinbekommen. Ein Drumsequence im Stil von Tangerine Dreams Eröffnungstitel zu "Der Söldner" ist schnell zu realisieren. Dagegen habe ich mir bei dem Versuch, etwas hinzubekommen, das sich nach Human Leagues Being Boiled anhört, mir die Zähne ausgebissen. Typische 80er-Jahre "Blip" sounds bekommt man sehr gut erzeugt.
Der -leider- einzige Effekt ist der LFO, der jedoch unbedingt benötigt wird, um halbwegs interessante Sounds zu erzeugen. Hier aber auch die Limitierung: 1 LFO für alle 4 Stimmen. Nur die Wirkung ist individuell pro Stimme regelbar.
Die Verarbeitung ist gewohnt robust und die Regler haben einen angenehmen Wiederstand.
Mein persönliches Fazit ist die Frage, ob ich mir nicht lieber ein weiteres Syncussion gekauft hätte. Aber dies gilt nur für meinen Einsatzzweck. Um die Palette an Drums mit synthetischen Klängen zu erweitern, ist es sicher ein gutes Gerät. Der Spaßfaktor kommt auf keinen Fall zu kurz. Und ich werde es sicher auch regelmäßig verwenden. Wie erwähnt, habe ich keinen Vergleich zur Simmons SDS-3. Alles, was ich bemängele kann durchaus dem geschuldet sein, dass es authentisch ist.