Bevor ich mir einen Monitorcontroller zugelegt habe, habe ich mich intensiv mit dem Thema beschäftigt – nicht zuletzt, weil viele dieser Geräte recht teuer sind im Verhältnis zu dem, was sie tatsächlich leisten. Klassische Probleme bei günstigen Monitorcontrollern sind ja, Färbung des Klangs und Schwankungen im Stereoimage. Nach längerem Abwägen habe ich mich für den Baby RAM von Heritage Audio entschieden.
Mein Setup besteht aus zwei Adam A5X Monitoren in Kombination mit einem Adam Sub8, einem IK Multimedia ARC Studio zur Raumkorrektur und einem einzelnen Auratone als Zweitabhöre.
Verarbeitungsqualität & Haptik
Der Baby RAM macht insgesamt einen sehr soliden Eindruck. Das Gehäuse ist robust, und der große Lautstärkeregler wirkt wertig. Die Rasterung in 3-dB-Schritten gefällt mir gut – so lassen sich Referenzlautstärken einfach festlegen und ggf. direkt auf dem Gehäuse markieren. Die Taster (Mono, Mute, Dim, Input/Output-Wahl) funktionieren zuverlässig, wirken aber leicht hakelig. Kein Dealbreaker, aber auffällig.
Bei meinem ersten Gerät (welches ich zurückgeschickt habe) war der mechanische Stopp bei 0 dB defekt – dreht man eine Raste weiter, landete man direkt bei Maximallautstärke, was maximal unentspannt für meine Ohren und Blutdruck war. Zudem stand das Gerät nicht stabil auf dem Tisch und wackelte leicht – ein Problem, das ich auch in einem anderen Erfahrungsbericht gelesen habe. Mit einem simplen Trick (Unterlegscheiben aus Karton unter den Gummifüßen) ließ sich das Problem lösen. Dennoch sollte so etwas bei dem aufgerufenen Preis nicht nötig sein.
Klang & Funktion
Klanglich überzeugt der Baby RAM voll und ganz: Das Signal bleibt absolut transparent, ohne hörbare Färbungen. Auch das Stereo-Image bleibt über den gesamten Regelweg stabil – ein entscheidender Punkt für mich und letztlich auch einer der Hauptgründe für den Kauf.
Beim Drehen des Lautstärkereglers ist ein leichtes Knistern zu hören, allerdings nur in sehr leisen Passagen, bei hohen Lautstärken oder bei gleichmäßigen Testtönen. Im normalen Studiobetrieb ist das vernachlässigbar.
Die Schaltfunktionen (Mono, Mute, Dim) arbeiten sauber – ohne Knackser oder sonstige Störgeräusche. Mono funktioniert top, Mute auch, Dim ist mir etwas zu viel, aber höre generell auch eher leiser.
Ein kleiner Wermutstropfen: Beim ersten Umschalten auf den Auratone nach einem Neustart des Rechners gibt es ein hörbares Knacken. Starte ich den Rechner jedoch bei bereits aktiviertem Auratone-Ausgang, tritt dieses Problem nicht auf.
Nach dem ersten Knacken funktioniert alles geräuschlos. Dieses Verhalten konnte ich sowohl bei meinem ersten als auch beim zweiten Gerät beobachten – möglicherweise liegt die Ursache aber auch beim Auratone selbst.
Fazit
Trotz kleiner Schwächen kann ich den Baby RAM empfehlen. Die Audioqualität ist tadellos und auch Bedienung und Funktionen sind solide. Der Preis ist meiner Meinung nach etwas hoch für das Gebotene – wie bei vielen Monitorcontrollern in dieser Klasse. Eine Trimmregelung zur Anpassung der Ausgangspegel wäre wünschenswert, ist aber eigentlich nicht wirklich nötig wenn man min. ein regelbares Lautsprecherpaar hat.
+ Transparentes Klangbild
Solide Bauweise
Präzise Rasterung
– Hoher Preis für begrenzte Funktionen – Kleine Verarbeitungsmängel (Stopp, Standfestigkeit) – Kein Output-Trim
Ich hoffe, dieses Review hilft dem einen oder anderen bei der Kaufentscheidung weiter!