Nachdem ich unzählige positive Rezensionen über Pyramid-Saiten gelesen hatte, beschloss ich, sie selbst auszuprobieren und etwas Geld für ein Experiment auszugeben, da ich schon länger Flatwound-Saiten testen wollte. Auf der Verpackung stand „Made in Germany“, also dachte ich mir, okay, die Qualität muss erstklassig sein. Die äußere Verpackung sieht aus wie aus einem Hochglanzmagazin. Aber es wird noch interessanter. Jede Saite befindet sich in einer Papiertüte, und die Verpackung ist nicht einmal mit der von Ernie Ball vergleichbar, wo man sich Sorgen um Korrosion und Oxidation macht und die Saiten in einem Plastikbeutel versiegelt. Selbst Fender, die an Papier sparen und alle Saiten in einen Plastikbeutel mit einer Papiertüte darüber packen, haben an die grundlegendsten Dinge gedacht. Ich hatte keine Probleme mit dem Aufziehen oder Stimmen. Das ist wohl auch schon das einzig Positive. Ansonsten gibt es nur Negatives: Die Basssaiten fühlen sich an wie die Kante einer billigen Münze. Schnelles Spielen über eine solche Saite fühlt sich an, als würde man mit dem dritten Finger über feines Schleifpapier streichen. Die Bendings lassen sich im Vergleich zu Roundwound-Saiten etwas besser kontrollieren. Ich will gar nicht erst von Fingerpicking anfangen, denn die Saiten fühlen sich an wie scharfe Klingen. Der Klang ist derselbe. Es fühlt sich an, als würde jemand direkt neben meinem Ohr ein Metallrohr mit einem Winkelschleifer durchsägen. Die hohen Frequenzen sind ohrenbetäubend. Sustain gibt es praktisch nicht. Und dabei spielt es keine Rolle, dass man sie auf eine Gitarre aufzieht, die fast 500 Euro kostet. Nach 20 Minuten Spielen und dem Aufziehen von Roundwound-Saiten habe ich diesen „Jazz“-Saitensatz in die hinterste Ecke geworfen und werde ihn definitiv nie wieder kaufen. Nicht mal einen Cent wert.