Ich bin durch Bernd Kiltz (Gott segne seine brave Videoseele bei Youtube) und anschließender Suche im Web nach Problemen, zu einer Harley Benton HB 35 gekommen. Dachte, wenn die nix taugt, geht sie zurück (Spoiler: ich habe sie noch!). Im Zuge gut nachbarschaftlicher Verhältnisse und ungetrübter Beziehungen zu meiner Partnerin, habe ich davon abgesehen mir hier einen AMP hinzustellen und spiele ausschließlich über Kopfhörer.
Vor einiger Zeit hat Bernd dann auch noch ein Video über NAM rausgebracht. Also weiter im Web lesen und Videos schauen. Dann habe ich mir stundenlang Tone3000 angetan. Ich war nicht beeindruckt, dachte aber wenn es irgendwann irgendein NAM-File gibt, was einen einigermaßen echten Röhrenamp auf die Kopfhörer bringt, dann Juhuuu! Bislang waren nur einige Fender-Amps erträglich.
Die HB 35 hatte ich über einen iRig 2 HD an meinen Mac oder wahlweise am iPad angeschlossen. Allerdings wollte ich mittels Garageband sehen, wie sich mein Rentnergeklimper anhört. Problem: man muss Software Ampmodeller als Plugin einbinden. Mal funktionierte das, mal nicht! Also musste was mit Hardware her. Eigentlich wollte ich das GP 50 haben. Klein mit Accu, NAM und recht ordentliche Bewertungen im Netz. Dann wurde der GP 150 angekündigt und ich wartete bis der verfügbar war.
Erste Überraschung beim Auspacken: meine Gott ist der klein! Das Expression-Pedal bringt es auf eine Länge von satten 13 cm, das entspricht laut Google einer Schuhgröße 22! Wird wohl bei mir kaum benutzt werden.
Einschalten, Gitarre und Kophörer ran und los gehts die 100 Presets anhören. Wer Metal und kreischende verzerrte Klänge braucht, wird hier sicherlich fündig. Also die Valeton Suite aufs iPad installieren. Verbindung via Bluetooth klappte sofort. Allerdings kam gleich die Meldung: Du hast Firmware 1.0.4 kannst aber 1.0.5 installieren. Am iPad No Way. Also ran an den Mac. Bei Valeton die Suite runtergeladen, installiert und siehe da, der GP 150 via Bluetooth wird vom OS erkannt, leider aber nicht von der Suite. Diese scheint ausschließlich via USB mit dem Mac spielen zu wollen. Was das soll … keine Ahnung! Ersteinmal kapiert, angesteckt und siehe da, Update läuft!
Garagenband gestartet, Eingang und Ausgang in den Audio-Settings auf das GP 150 gesetzt, und eine Voice-Session gestartet. Ton kommt raus aber die Höhen sind blechern und die Bässe dröhnen. Zumindest kein Vergleich zu den am GP 150 angesteckten Kopfhörern. Dachte erst das Ding ist kaputt. Bei Thomann gab mir der nette Kollege den Rat an den Settings zu drehen. Allerdings habe ich mich gefragt, warum ich NAM benutzen kann, wenn ich den Klang künstlich verbiege? In irgendeinem Forum fand ich dann die Lösung für ein GP 200. Das Problem ist nicht das GP 150 und auch nicht das Garageband, sondern deren Kommunikation über USB. Ich vermute, die Lösung kommt auch für andere Valeton GPs in Frage.
Im Garageband steht in der Voice-Session unten in den "Aufnahmeeinstellungen"
- Unter Eingang: "1 (GP-150 Audio)". Drauf klicken und und auf "2 (GP-150 Audio)" einstellen.
- Links daneben ist ein Button mit einem Kreis. Auch hier drauf klicken. Damit ändert sich "2 (GP-150 Audio)" auf "1-2 (GP-150 Audio)". Auf diesen noch einmal drücken und auf "3-4 (GP-150 Audio)" einstellen.
- Als Vorlage speichern!
Das wars! Der Klang hat sich um Welten verbessert und ist klar. Allerdings sind hier leichte Verluste wegen der Wandlung von Analog zu Digital und von Digital zu Analog zu verzeichnen aber auch zu verschmerzen.
GGF. kann man in den Settings für USB auf dem GP 150 den REC- und MONITOR-Level noch auf ca. 6 db einstellen, wenn das Ausgangssignal bei einigen Presets zu niedrig ist. Größer bringt das GP 150 eventuell in eine eklige Begrenzung, was man nicht hören will!
Eigene Setting: ich bin Faul und suche bei Google unter
valeton gp <Sound Bsp: vintage rock> hb35
Ergebnis der KI:
- Verstärker und dessen Einstellungen
- Boxen und deren Einstellungen
- Effektgeräte und deren Einstellungen
- manchmal auch Eigenarten der HB 35 sowie welche/r Tonabnehmer und deren Einstellungen.
Das ist nun nicht 100% das, was man haben will aber es kommt nahe ran und ist ein guter Einstieg. Bei der Menge an zur Verfügung stehenden Verstärkern, Boxen und Effektgeräten spart das eine Menge Ausprobiererei. Mir ist durchaus klar, dass meine HB 35 nicht an eine ES 335 herankommt aber es kommt der Sache schon recht nahe, je länger ich mit mit dem GP 150 auseinander setze.
Unterm Strich ist das GP 150 nach einigen Startschwierigkeiten für meine Zwecke Super!